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„Der Mensch zählt, nicht seine Hautfarbe“ bbw-Jugendhilfe produziert Antirassismus-Film

14.09.2020

„Ich wünsche mir, dass wir alle gleichbehandelt werden, egal, welche Hautfarbe jemand hat.“ So scheinbar einfach klingen die Aussagen der Jugendlichen aus der Wohngruppe „Villa Centaurus“, eines Jugendhilfe-Angebots des bbw. Zusammen mit Wohngruppenleiterin Dr. Carolin Eckert haben sie im Sommer einen Antirassismus-Film produziert und Stellung bezogen. „Wir haben etwas mitzuteilen“, sagt es fast ein wenig nüchtern die 17-jährige Fabienne. Der Film ist trotzdem emotional.

Wut, Trauer und vor allem Unverständnis stecken in den Aussagen der Jugendlichen. Warum manche Menschen andere Menschen allein aufgrund ihres Aussehens ablehnen, sie mit Gewalt bedrohen oder gar gewalttätig werden, können sie nicht verstehen. Ein Jugendlicher berichtet beispielsweise davon, dass im Fußballstadion Affengeräusche nachgemacht werden, um schwarze Spieler zu beleidigen.
In einer Projektwoche haben sich die Bewohner*innen der bbw-Jugendhilfe-Wohngruppe Centaurus mit rassistisch motivierten Gewalttaten beschäftigt. Rechtsextreme Morde gab es zuletzt nicht nur in den USA, sondern im Februar auch in Hanau, zehn Menschen starben.

Das Phänomen Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit macht die Jugendlichen fassungslos. Dem gut siebeneinhalb Minuten langen Film gelingt es eindrucksvoll, diese Fassungslosigkeit auszudrücken, vor allem durch die Eröffnungsszene, die aus einer einzigen Totalen besteht. Die sieben Jugendlichen und ihre beiden Betreuer*innen stehen wie bei einer Demo unter einer Autobahnbrücke und gestikulieren, recken die geballte Faust, reißen sich am Ende ihren Mundschutz – auf dem „I can’t breath“ steht – vom Gesicht. Jene Worte, die der Schwarze George Floyd bei seiner Festnahme mehrfach äußerte, bevor er auf qualvolle Weise von weißen Polizisten Ende Mai in Minneapolis getötet wurde.

„Sicher, der Anlass des Films und das Phänomen wachsender Gewalt gegen Minderheiten stimmen mich einerseits traurig. Andererseits habe ich gleichzeitig die Hoffnung, dass unsere Sensibilität für Rassismus zunimmt“, differenziert Leiterin Eckert. Gerade Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Ungerechtigkeiten. Noch mehr, wenn sie selbst wegen eines Handicaps ausgeschlossen oder gar gemobbt wurden. Insofern macht der Film Mut, sich zu wehren gegen alle Formen sozialer Ausgrenzung. Ein starkes Statement.

Die „Villa Centaurus“ ist eine von insgesamt sieben Wohngruppen der bbw-Jugendhilfe „welträume“. In Karben und Bad Vilbel betreuen Pädagog*innen, Psycholog*innen, Erzieher*innen und Hauswirtschafter*innen aktuell insgesamt 54 Jugendliche an 365 Tagen im Jahr.

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